06.03.2013 Brunsbrocker Abend

"Unser tägliches Brot gib uns heute"

300-Pastor_FriebeVon nachwachsenden Rohstoffen und Lebensmitteln
Referent: Pastor Karl-Heinz Friebe, Hannover

 

Im Rahmen der "Brunsbrocker Abende" begrüßte Pfarrvikar Andreas Otto im Namen der St. Matthäus-Gemeinde der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) in Brunsbrock am 06.März 2013 im örtlichen "Müllerhaus" den Referenten für Kirche und Landwirtschaft im Haus kirchlicher Dienste der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, Pastor Karl-Heinz Friebe. Friebe sprach zum Thema "Unser tägliches Brot gib uns heute - von nachwachsenden Rohstoffen und Lebensmitteln". 

Gleich zu Beginn seines Vortrages wies der Referent darauf hin, dass aus ethischer Sicht die Produktion von Nahrungsmitteln auf den Feldern absoluten Vorrang habe. Danach komme die Produktion von Futtermitteln, nachwachsenden Rohstoffen, energetischen Rohstoffen und Agrotreibstoffen. Natürlich gehörten zur Sicherung der körperlichen Existenz nicht nur Nahrungsmittel, sondern auch die Energieversorgung. So sei auch schon früher ein Teil der landwirtschaftlichen Nutzfläche für die Ernährung der Zugtiere benötigt worden. Ebenso seien auf einem Teil der Fläche Faserpflanzen für die Textilherstellung angebaut worden. 

Aus theologischer Sicht gehörten zum "täglichen Brot" nach Martin Luthers Erklärung zur vierten Bitte des Vaterunsergebetes im Kleinen Katechismus nicht nur die Nahrung, sondern unter anderem auch "fromme Oberherren, gute Regierung, gute Freunde, getreue Nachbarn und Friede." Hieraus leitete Friebe als Verhaltensregel für den heutigen Menschen ab, dass er aufgefordert sei zum sorgfältigen und gerechten Umgang mit den Ressourcen.

Jährlich gelangten nach einem UN-Bericht ungefähr 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel in den Abfall. Damit ließe sich rechnerisch der Hunger in der Welt leicht lösen. Von den 7 Milliarden Menschen auf der Welt würden etwa 1 Milliarde an Hunger leiden. Hauptursache seien meistens die politische Situation, Korruption und nicht funktionierende Demokratie. 

Die anschließende Diskussion zeigte, dass das Thema des Abends von großem Interesse ist und die Zuhörerinnen und Zuhörer zum weiteren Nachdenken angeregt hat.