03.03.2016 Brunsbrocker Abend

Katharina von Bora

Er hatte einen kurzweiligen Vortrag versprochen und es wurde in der Tat ein interessanter und amüsanter Abend als Dr. Fabian Vogt aus Oberursel am 3. März im Müllerhaus zum Thema „Katharina von Bora – die starke Frau hinter Luther“ sprach und vor allem mit Zitaten von der Frau des Reformators bzw. mit Kommentaren über sie für viele Lacher sorgte.
Auch wenn die Quellenlage nicht als sonderlich gut gilt, so konnte Vogt deutlich machen, welche Brisanz für die Kirche und Politik sich aus der Liebe und Ehe zwischen Katharina von Bora und Martin Luther ergab.
Wer wie "Käthe Luther" (wie Katharina von Bora später auch genannt wurde) als Nonne das Kloster verlassen hatte, der galt in den Augen der damaligen Gesellschaft als Ehebrecherin, die weitgehend geächtet wurde, weil sie die Ehe mit Jesus Christus gebrochen hatte. Die Todesstrafe für dieses „Verbrechen“ war damals nicht unüblich.
Und auch Luther zögerte lange, ob er Katharina von Bora heiraten sollte, weil damit die Reformation auf dem Spiel stehen konnte. Luther musste sich den Vorwurf gefallen lassen, dass er das alles nur auf sich genommen habe, um seine ehelichen Interessen zu verfolgen. So wundert es nicht, dass gerade aus Rom auch sarkastische Glückwünsche zur Hochzeit von Katharina von Bora und Martin Luther kamen.
Vogt charakterisierte „Herrn Käthe“, wie sie von Luther manches Mal genannt wurde, als eine hübsche, selbstbewusste Frau, die „ihren Text wusste“ und immer wieder den Mund aufmachte, wenn ihr etwas nicht passte, was bei den Freunden Luthers nicht selten auf Kritik stoß.
In der anschließenden Diskussion beantwortete Vogt Fragen zum Zölibat der römisch-katholischen Kirche und warb am Ende u.a. für sein Buch zum Thema des Abends, das im letzten Jahr erschienen ist.

Dr. Fabian Vogt ist Theologe und Schriftsteller. Er hat unter anderem einen Roman zu Katharina von Bora veröffentlicht und liebt es, Kirchen-geschichte anhand eindrücklicher Erfahrungen zu vermitteln.

 

Die Reihe „Reformatinsgedenken“ wird am 18. Oktober mit dem Thema „Luther und die Ökumene – gewollt oder abgelehnt“ fortgesetzt, wenn Propst Gert Kelter aus Görlitz zu Gast sein wird.