Geschichte der SELK

Die geschichtlichen Wurzeln der Selbständigen Ev.-Luth. Kirche (SELK) gehen zurück bis ins 19. Jahrhundert, ins Zeitalter des Rationalismus (ab ca. 1780). Damals diktierte weithin die Vernunft, was in der Kirche gepredigt und geglaubt werden durfte. Viele der biblischen Wahrheiten fielen dabei unter den Tisch. Sie waren nicht mehr vernunftgemäß und damit nicht mehr zeitgemäß. So predigte man z. B. zu Weihnachten nicht mehr über die Geburt Christi sondern über die Zubereitung der Weihnachtsgans, zu Ostern nicht mehr über die Auferstehung Christi sondern über den Sinn des Osterspazierganges.

Aber es kam auch zu starken Gegenbewegungen:
kirchliche Erweckungsbewegungen brachten neues Leben in viele verödete Kirchengebiete. Sie führten vielerorts wieder zurück zur Bindung an das alte kirchliche Bekenntnis. Diesen Christen war nicht mehr länger allein wichtig, dass  man  glaubt, sondern für sie trat als gleich wichtig daneben die Frage nach dem „Was“ des Glaubens. Was sie glaubten aber fanden sie in vorbildlicher Weise festgehalten im Bekenntnis der Lutherischen Kirche (z.B. Luthers Kleiner Katechismus und das Augsburger Bekenntnis), vorbildlich, weil aus der Heiligen Schrift geschöpft und ihr entsprechend.

So konnten diese Christen der Einführung der „Union“ (d.h. Vereinigung von lutherischer und reformierter Kirche zu einer „evangelischen Kirche“) in den damals preußischen Gebieten (1817-1830) nicht zustimmen.
Kirchenlehren, die einander ausschließen, können in einer Kirche nicht gleiches Recht haben, z. B. die unterschiedliche Lehre von Lutheranern und Reformierten über das Heilige Abendmahl.
Aus dem Widerstand der „erweckten“ Lutheraner gegen diese Union heraus kam es trotz scharfer Unterdrückungsmaßnahmen des preußischen Staates zur Bildung einer ersten staatsfreien bekenntnisgebundenen lutherischen Kirche in Deutschland: die Ev.-luth. (altluth.) Kirche (1830-1840).
Auch in anderen Gebieten Deutschlands (Sachsen, Hessen, Baden und Hannover) entstanden in der Folgezeit auf Grund einer ähnlichen Entwicklung, vor allem aber aus dem Widerstand gegen Rationalismus und liberale Theologie, Ev.-Luth. Freikirchen.

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